Gedanken zur Gründung des Barmer Bergbahn e. V.


Sehr geehrte Unterstützer, Interessenten

„Lebe Deine Träume“, sagte mir einmal eine “weise“, alte Dame. Nun habe ich Ihren Rat befolgt und habe als ersten Schritt einen Verein zum Ziele des Wiederaufbaus der Barmer Bergbahn gegründet. Und so wie es aussieht, gibt es noch ganz viele Träumer auf dieser Welt, denn meine Idee, die Bergbahn wieder zum Leben zu erwecken, ist bei der Bevölkerung auf sehr großes Interesse gestoßen. Als ich am 25.12.1967 das Licht der Welt erblickte, war die gute, alte Barmer Bergbahn leider schon 8 Jahre stillgelegt und doch konnte ich, wenn ich aus dem Fenster unserer Wohnung auf Hatzfeld in Richtung Toelleturm blickte, noch lange die Schneise der Bergbahntrasse, erkennen! Ich ging oft mit meinen Eltern in den Barmer Anlagen spazieren und auf dem Weg dorthin fuhr mein Vater mit “Bergbahntempo“ über die verschlissenen Schienen in der Straße “An der Bergbahn“, den Berg hinauf. Und so träumte ich davon, vorne auf der Plattform des Zahnradbahnwagens zu stehen um die Fahrt mit der Bergbahn zu genießen. Doch leider nur im Traum.....  

Schon als Kind habe ich nicht begreifen können, wie man so etwas Schönes, einfach stilllegen und abreißen konnte. So wurde leider in den letzten Jahrzehnten in unserer immer noch recht netten Heimatstadt Wuppertal sehr großer “Raubbau “ betrieben, und daher sind viele interessante Gebäude, Einrichtungen, schützenswerte Kultur – und Naturlandschaften für alle Zeit verlorengegangen! Der Krieg hat sicher sehr große Schäden angerichtet, doch leider wurde seitens der neuen “Stadtherren“ beim Wiederaufbau auch nicht gerade viel Rücksicht genommen. Später wurden noch viele Gebäude, wie das Planetarium ( Es war sogar einmal das größte der Welt und wurde während des Krieges nur leicht beschädigt), das Barmer Luftkurhaus, die Anlagen des Barmer Stadions, Thalia Theater, Odin Palast und viele weitere Sehenswürdigkeiten, ohne an die “Nachwelt“ zu denken, einfach abgerissen. So entwickelte sich die Großstadt mit sehr viel Lebensqualität allmählich zu einem “Provinznest“! Man benötigt nicht viel Menschenverstand um zu sehen, dass unsere Stadt stirbt. Eine Besichtigung unseres Hauptbahnhofes und viele andere marode Einrichtungen, Gebäude, leerstehende Wohnungen, die Schließung einiger Schwimmbäder und des Fuhlrott – Museums, abwandernde Firmen und ihre Mitarbeiter sind nur ein kleines Indiz dafür, dass Wuppertal als Standort für Mensch und Industrie immer unattraktiver wird. Nun können wir jetzt alle jammern , den Kopf in den Sand stecken und uns irgendwelche “Opfer“ und “Parteien“ suchen und diese für die “Misere“ verantwortlich machen! Leider wird das die jetzige Situation aber nicht ändern! Der jahrzehntelange “Raubbau“ hat tiefe Wunden und Narben hinterlassen. Vieles ist vermutlich nicht mehr zu ändern und rückgängig zu machen und so können die “Älteren“ von uns noch in ihren Erinnerungen schwelgen. Die “Jüngeren“ müssen sich dagegen anhand von Fotos, Filmen und alter Dokumente in die Vergangenheit hineindenken und -träumen. Der sicherlich größte Fehler, den unsere Stadtverwaltung im laufe unserer Stadtgeschichte zu verantworten hat, ist die Stilllegung der ersten, zweigleisigen und elektrisch betriebenen Zahnradbahn der Welt. Am 04. Juli 1959 wurde nach 65 Betriebsjahren dieses technische “Wunderwerk“ eingestellt. Die Barmer Bergbahn wäre heute sicherlich eine der größten Sehenswürdigkeiten Wuppertals, des Bergischen Landes – ja vielleicht sogar Deutschlands und darüber hinaus. Es ist ein Trauerspiel, dass die “jüngere“ und zukünftige Generation aufgrund der Blindheit der damaligen “Stadtväter“ leiden muss. So habe ich mir überlegt, ob es nicht möglich wäre, wenigstens ein verschwundenes Objekt aus Wuppertals Geschichte wieder zu rekonstruieren. Da wäre ein Wiederaufbau der Barmer Bergbahn sicher die interessanteste und reizvollste Aufgabe. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass es auch für einige Firmen und ihre Mitarbeiter eine interessante Herausforderung sein könnte, mich beim Wiederaufbau dieses technischen “ Wunderwerks“ des vorletzten Jahrhunderts und eines neben der Schwebebahn bekanntesten Verkehrsmittel der Stadt Wuppertal, zu unterstützen. Die Bahn sollte natürlich nach historischem Vorbild rekonstruiert werden. Interessant wäre sicher auch, die Triebwagen mit modernster Technik auszustatten. Schon damals wurde bei der Talfahrt mit Strom gefahren. So wurde eine Stromgewinnung bis zu 55 % des Energieverbrauchs der Bergfahrt ermöglicht. Für die damalige Zeit eine große technische Innovation! Der Verein, die “Bergischen Museumsbahnen“ ist inzwischen im Besitz von original Konstruktionszeichnungen der Triebwagen und hat sich entschlossen einen Wagen nachzubauen. Es ist aber weder wirtschaftlich noch effektiv, dass verschiedene Institutionen in eigener Regie die Rekonstruktion der Barmer Bergbahn angehen....    

So habe ich nun den Verein Barmer Bergbahn e.V. als “Schirmherr“ gegründet, in dem sich verschiedene Firmen, Vereine und Personen bereit finden, dieses Projekt hilfreich zu unterstützen! Ich kenne kaum einen “Wuppertaler“, der nicht mit Wehmut an die Stilllegung der Bergbahn denkt! Viele Mitbürger würden daher eine Reaktivierung der Strecke begrüßen und für unsere Stadt wäre es eine großartige Bereicherung!. Was für ein Erlebnis wäre es für die Bürger und Touristen mit der ersten, elektrischen und zweigleisigen Zahnradbahn der Welt wieder durch unsere herrlichen Barmer Anlagen zu fahren.

In einem Zeitalter, wo wir Menschen bald zum Mars fliegen, halte ich es für nicht so utopisch die Bahn wieder aufzubauen. Sie könnte mit neuen Innovationen, wie damals wieder ein technisches Wunderwerk sein. Vielleicht könnte sie sogar mit regenerativen Energien angetrieben werden! Die Trasse der 1,6 km langen Strecke ist zum größten Teil noch vorhanden und wurde ja inzwischen, um sie begehbar zu machen, wieder freigelegt. Die Hauptfrage wäre, in wieweit die WSW als Eigentümer und Betreiber des Kraftwerkes, auch in der Hoffnung sie als zukünftigen Energieversorger der Barmer Bergbahn gewinnen zu können, einem Umbau zustimmen würden! Diese Umbaumaßnahmen wären sicher die aufwendigsten und, um mal so langsam auf die Kosten zu kommen, die teuersten! Der Neubau der Bergbahn mit Trasse, Brücke, Gebäude und Wagenpark ist sicherlich ein Projekt das mehrere Millionen Euro kosten wird. Seitens der Stadtverwaltung werden sicher keine finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Es wäre aber schön, wenn sie sich überhaupt an diesem Projekt beteiligen würde. Sollte diese Bahn jedoch nach historischem Vorbild wieder aufgebaut werden, könnten sicher auch diverse Fördergelder beantragt werden. Vielleicht gibt es ja auch Zuschüsse für neue technische Innovationen. Viele alteingesessene Unternehmen sind sicher bereit, einen finanziellen und materiellen Beitrag zu diesem Projekt zu leisten. Ebenso würden sicher viele Bürger, dieses für die Stadt Wuppertal herausragende Projekt nach ihren Möglichkeiten unterstützen .Um meine Idee nun wirklich in die Tat umsetzen zu können, benötige ich so viel Hilfe wie möglich. Dafür wäre natürlich auch Ihre Unterstützung und Mitgliedschaft im Verein Barmer Bergbahn e.V., sehr von Vorteil. Denn nur mit einer großen Mitgliederzahl kann der Verein seine Anliegen und Belange durchsetzen. Ich brauche für diesen Verein u .a. Fachleute die prüfen, ob es technisch und finanziell möglich ist, die Barmer Bergbahn wieder aufzubauen. Wie könnte sie denkmalgerecht rekonstruiert werden? Dazu gehört vor allem eine Kostenermittlung für die beschriebenen Umbaumaßnahmen. Ebenso wäre eine Wirtschaftlichkeitsprüfung, ob die Bahn nur als Museumsbahn oder auch als öffentliches Verkehrsmittel betrieben werden soll, sinnvoll. Eine weitere Frage wäre, wie teuer würde eine Fahrt mit der Bahn und könnte sie auch mit Fahrscheine des öffentlichen Nahverkehrs benutzt werden? Da die Strecke mehrere Straßen überqueren wird, müssten entsprechend Warnsignale aufgestellt werden. Interessant wäre auch einmal darüber nachzudenken, die Barmer Anlagen nahe der Bergbahn noch gastronomisch zu erschließen, vielleicht auch mit einem kleinen Bergbahnmuseum.

Fragen über Fragen tauchen auf, und ich würde mich freuen, wenn Sie mich bei der Beantwortung meiner Fragen unterstützen könnten. Ein Neubau der Barmer Bergbahn wäre eine wirtschaftliche und kulturelle Bereicherung für unsere Stadt. Der Aufbau und der Betrieb der Bergbahn schafft neue Arbeitsplätze. Ich möchte daher bevorzugt Firmen und Menschen aus unserer Region für dieses Projekt begeistern und ihnen die Möglichkeit geben sich wirtschaftlich und arbeitstechnisch zu beteiligen. So wird unsere lokale Industrie gefördert, unterstützt und gestärkt! Auch die Bergische Universität hat inzwischen schon ihre Hilfe angeboten!

50 Jahre nach der Stilllegung der Barmer Bergbahn möchten ich der Stadt und ihren Bürgern dieses einmal liebgewonnene und so schmerzlich verlorene Verkehrsmittel wiedergeben. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir helfen, dass Wuppertal wieder eine Sehenswürdigkeit und Attraktion mehr hat. Diese Stadt muss endlich wieder aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen. Lassen Sie uns gemeinsam die Ärmel hochkrempeln und wie die Pioniere und Idealisten von damals ans Werk gehen. Was wurde in der Zeit des “Aufbruchs“ in Wuppertal und Umgebung an Sehenswürdigkeiten geschaffen! Wir dürfen nicht tatenlos zusehen wie unsere Stadt immer mehr verkümmert. Wir müssen einen neuen “Aufbruch“ schaffen und ihr wieder eine neue Lebensqualität geben. Eine neue Barmer Bergbahn wäre ein Anfang. Es gibt noch so viel zu tun! Packen wir es an! Unsere nachfolgenden Generationen werden es uns danken......

Mit freundlichen Grüßen  

Marcus Benninghoven

1. Vorsitzender, Barmer Bergbahn e.V.